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Forschungsprojekt PartnerING: Kollaboration in konventionellen Bauprojekten

Eine Grafik von zwei Männern in Anzügen, die je einen Bauarbeiterhelm tragen und einander die Hände schütteln. Im Hintergrund sind Baukräne zu sehen.

Die Umsetzung von Bauprojekten ist oft komplex und mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Getrennte Vertragsverhältnisse, viele Schnittstellen und unterschiedliche Interessen der Beteiligten führen häufig zu Kommunikationsproblemen und Konflikten. Fehlt eine vollständige Bedarfsplanung oder ein effektives Risikomanagement, können selbst kleine Störungen im Bauablauf große Folgen haben: steigende Kosten, Terminverzögerungen und ein Verlust an Vertrauen zwischen den Projektpartnern.
Obwohl Kooperationspflichten verankert sind – etwa durch die VOB/B und die höchstrichterliche Rechtsprechung des BGH – gelingt ein koordiniertes Zusammenwirken der Beteiligten in der Praxis häufig nicht. Alternative Projektabwicklungsmodelle wie Partnering oder die Integrierte Projektabwicklung (IPA) reagieren auf diese Schwächen mit systemischen Änderungen. Ihr Einsatz setzt jedoch strukturelle Voraussetzungen voraus, die in der deutschen Bauwirtschaft bislang kaum verbreitet sind.

62 Partnerschaftselemente in vier Handlungsbereichen

Das Forschungsprojekt PartnerING der TU Braunschweig, Institut für Bauwirtschaft und Baubetrieb, untersuchte, ob und unter welchen Bedingungen einzelne kollaborationsfördernde Elemente aus alternativen Projektabwicklungsmodellen in konventionelle Bauprojekte übertragen werden können – ohne dass ein vollständiger Wechsel des Abwicklungsmodells erforderlich ist. Das Projekt wurde in vier Arbeitspakete gegliedert. Grundlage bildeten eine systematische Literaturrecherche zur Identifikation von Partnerschaftselementen und eine Onlinebefragung mit 424 Baubeteiligten. Die Ergebnisse wurden anschließend in zwei Expertenworkshops unter Einbindung juristischer Expertise validiert. Im Forschungsprozess wurden 62 Partnerschaftselemente identifiziert und induktiv in vier Handlungsbereiche gegliedert. Nachfolgend werden einzelne Beispiele aus den Handlungsbereichen beschrieben.

Die Handlungsbereiche

Vertrag und Vergütung – Vertragliche Gestaltung kann Anreize für kollaboratives Verhalten setzen, tut dies in konventionellen Abwicklungsmodellen aber selten gezielt. Anreizbasierte Vergütungsmodelle richten Auftraggeber- und Auftragnehmerinteressen auf gemeinsame Projektziele aus. Preisgleitklauseln verteilen Marktrisiken nach objektiven Kriterien. Qualitative Vergabekriterien ermöglichen es, neben dem Preis bspw. auch Aspekte des Risikomanagements und der Kooperationsbereitschaft in die Auswahl einzubeziehen.

Organisation und Technologie – Auf organisatorischer Ebene ermöglicht Early Contractor Involvement die frühzeitige Einbindung von Ausführungskompetenz in die Planung. Gemeinsames Controlling schafft Transparenz über Kosten und Projektstatus für alle Beteiligten. Building Information Modeling (BIM) verbessert die Kommunikation an Schnittstellen und liefert eine gemeinsame, nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage.

Kultur und Soziales – In der Befragung wurde dieser Handlungsbereich als derjenige mit dem größten Potenzial zur Kollaborationsförderung bewertet. Vertrauen und offene Kommunikation nannten die Befragten als zentrale Voraussetzungen für eine funktionierende Zusammenarbeit, wobei diese Wirkungen auch durch Partnerschaftselemente aus den anderen Handlungsbereichen erzielt werden können. Auf Elementebene zählen dazu der Kick-off zu Projektbeginn, eine gelebte Feedbackkultur, Teambuilding-Maßnahmen sowie die personelle Kontinuität auf Schlüsselpositionen.

Streitbeilegung und Begleitung – Die Deeskalationspyramide beschreibt ein gestuftes Vorgehen, das projektnahe Lösungen bevorzugt und gerichtliche Auseinandersetzungen als letztes Mittel vorsieht. Adjudikation, Schlichtung und der Einsatz eines projektbegleitenden Mediators ermöglichen schnellere und kostengünstigere Konfliktlösungen als Gerichtsverfahren.

PartnerING – Leitfaden zur Integration kollaborationsfördernder Elemente in Bauprojekte.
Die 62 Partnerschaftselemente werden in Handlungsbereiche strukturiert. Jeder Handlungsbereich ist wiederum in zwei Kategorien untergliedert.

Anwendbarkeit in der Praxis

Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Partnerschaftselemente grundsätzlich auch in konventionell abgewickelten Projekten anwendbar sind – unabhängig davon, ob es sich um Einzel-, General- oder Totalunternehmermodelle handelt. Eine schematische Übertragung ist dabei nicht zielführend; die Implementierung erfordert eine projektspezifische Auswahl unter Berücksichtigung von Projektgröße, Risikostruktur und den vorhandenen Kompetenzen der Beteiligten.

Der im Rahmen des Projekts erstellte Leitfaden ordnet die Partnerschaftselemente den jeweiligen Abwicklungsmodellen zu und benennt Voraussetzungen, Randbedingungen und erforderliche außerfachliche Kompetenzen. Bauherren, Planer, Projektsteuerer und ausführende Unternehmen finden darin eine Grundlage, um bereits in der Vertragsgestaltung und Projektvorbereitung geeignete Elemente zu identifizieren und zu vereinbaren.

Das Forschungsprojekt PartnerING der TU Braunschweig, Institut für Bauwirtschaft und Baubetrieb, wurde im Rahmen des Forschungsprogramms Zukunft Bau gefördert. Der Leitfaden ist öffentlich verfügbar.

PartnerING – Leitfaden zur Integration kollaborationsfördernder Elemente in Bauprojekte.
© PartnerING
PartnerING – Leitfaden zur Integration kollaborationsfördernder Elemente in Bauprojekte. Braunschweig, Institut für Bauwirtschaft und Baubetrieb (2025)
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